Verantwortung

Wir übernehmen Verantwortung, damit Näherinnen und Näher wirtschaftlich und sozial unabhängig werden und in Würde leben können!

 

„Fast Fashion“: Immer schneller dreht sich das Modekarussell

Heute ist es in der Textilbranche üblich, mindestens jeden Monat eine neue Kollektion auf den Markt zu werfen. Dies hat verheerende Auswirkungen auf die Produktion, da immer schneller möglichst günstige Kleidung hergestellt werden muss. Immer wieder erschüttern Skandale die Modebranche. Dann berichten die Medien über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Unglücke mit vielen Toten, Umweltschäden oder Giftstoffe, die in unserer Kleidung enthalten sind. Doch auch jenseits bekannter Katastrophen ist die Situation für Arbeiter*innen der Textilbranche dramatisch. Sie verdienen meist nicht genug, um Grundbedürfnisse wie Miete oder Essen zu sichern.

Warum ist der Weg zu fair gehandelter Mode so schwer?

Kleidung muss einen langen Weg zurücklegen, bevor sie in unserem Kleiderschrank landet. Etliche Verarbeitungsschritte sind notwendig, z.B. Baumwolle: Anbau, Ernte, Weiterverarbeitung, zu Garn verspinnen. Anschließend weben oder wirken, färben, ggf. bedrucken, den Stoff zuschneiden und konfektionieren. Wer faire Kleidung produzieren will, muss also die gesamte Lieferkette fair und transparent gestalten.

Siegel und Zeichen für faire und ökologische Kleidung

Eine Reihe von freiwilligen Initiativen möchte mit ihrer Arbeit dazu beitragen, die Produktion von Textilien und der dafür benötigten Rohstoffe fairer und ökologischer zu gestalten. Aber um die Produktionsbedingungen im gesamten Textilbereich nachhaltig zu verbessern, bedarf es gesetzlicher Regelungen, die alle Unternehmen in die Pflicht nehmen. Hier ist die Politik gefragt.

Dennoch gibt es bereits viele gute Ansätze im Bereich der Textilstandards, allerdings mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten. Hier eine Übersicht der aussagekräftigsten Siegel:

 

KRITERIEN FÜR FAIREN HANDEL

 

Fairtrade-Baumwolle

Fairtrade BaumwolleDer Fairtrade-Standard für Baumwolle steht in erster Linie für Rohbaumwolle, die unter fairen Bedingungen angebaut wird. Bei den weiteren Produktionsschritten innerhalb der Textilkette wird die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen* überprüft. Für den Baumwoll-Anbau entspricht das Siegel den internationalen Grundsätzen des Fairen Handels.

*ILO (International Labour Organization), Teilorganisation der UNO, fördert Gerechtigkeit, Menschen- und Arbeitsrechte, hat internationale Arbeitsstandards erarbeitet.

 

 

World Fair Trade Organization (WFTO)

WFTODie WFTO ist die internationale Dachorganisation der Fair-Handels-Organisationen. Im Rahmen ihres Garantiesystems wird die Einhaltung der WFTO-Kriterien, die den internationalen Grundsätzen des Fairen Handels entsprechen, überprüft. Diese Überprüfung bezieht sich auf das gesamte Unternehmen, nicht auf einzelne Produkte, und schließt Zulieferer in der Produktionskette mit ein.

Ein Monitoring-System beruht auf den 10 Fair-Handels-Standards der WFTO:

  1. Eine Chance für wirtschaftlich benachteiligte ProduzentInnen
  2. Transparenz und Rechenschaftspflicht
  3. Faire Handelspraktiken
  4. Zahlung eines fairen Preises
  5. Kinderarbeit und Zwangsarbeit ausgeschlossen
  6. Nicht-Diskriminierung, Gleichberechtigung und Versammlungsfreiheit
  7. Bessere Arbeitsbedingungen
  8. Förderung der Fähigkeiten durch Aus- und Weiterbildung
  9. Förderung des Fairen Handels
  10. Umweltschutz

 

 

Fair Wear Foundation (FWF)

FWFDie FWF ist eine Multi-Akteurs-Initiative mit Mitgliedern aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Der Fokus der FWF liegt auf der Konfektionierung, der Textilverarbeitung. Mit der Zugehörigkeit zu der FWF zeigen Unternehmen ihr Bestreben, Arbeitsstandards einzuhalten und transparent zu agieren. Die Mitgliedschaft eines Unternehmens bei der FWF allein besagt nicht, dass deren Produkte alle internationalen Grundsätze des Fairen Handels erfüllen. Aus Sicht des Forum Fairer Handel ist der Ansatz der FWF geeignet, zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten beizutragen.

 

 

 

KRITERIEN FÜR ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

 

Global Organic Textile Standard (GOTS)

GOTSDer Global Organic Textile Standard (GOTS) ist einer der führenden Standards für die Verarbeitung von Textilien aus ökologisch produzierten Naturfasern und umfasst die gesamte textile Produktionskette. Die ökologischen Kriterien sind sehr weitreichend. Hinsichtlich der Sozialkriterien ist GOTS nicht so umfassend wie die internationalen Grundsätze des Fairen Handels.

 

 

IVN Best

IVN BestDer Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. vergibt das Siegel „IVN BEST“. Es bezieht sich auf die gesamte textile Produktionskette. „IVN Best“ -Produkte erfüllen zurzeit die höchsten Öko-Standards in der Textilverarbeitung. Die Sozialstandards entsprechen nicht im vollen Umfang den internationalen Grundsätzen des Fairen Handels.

Quelle: Forum Fairer Handel (Netzwerk von Fair-Handels-Organisationen in Deutschland)

Weitere Informationen erhalten Sie hier: www.forum-fairer-handel.de/definition

Mehr Info zu den Siegeln: www.ci-romero.de

 

Aufgrund der unterschiedlichen Schwerpunkte der Siegel und Zeichen streben wir an, möglichst Textilien einzukaufen, die sowohl fair als auch ökologisch gesiegelt sind.

Wir möchten damit den Anforderungen an eine faire und ökologische Textilproduktion, entlang der gesamten Kette möglichst gerecht werden.

 

 

ORGANISATIONEN DES FAIREN HANDELS

 

Weltladen Dachverband e.V.

Weltladen DachverbandDer Weltladen-Dachverband e.V. ist die bundesweite Interessenvertretung von Weltläden und Aktionsgruppen für Fairen Handel. Er unterstützt die Arbeit seiner Mitglieder in den Bereichen Marketing, Bildung und politische Kampagnen. Mit seinen Überprüfungs- und Monitoring-Instrumenten leistet er darüber hinaus einen wertvollen Beitrag zur Glaubwürdigkeit der Weltläden.

Im Lieferantenkatalog sind alle Fair-Händler gelistet, die das Monitoring erfolgreich durchlaufen haben. Eine Arbeitsgemeinschaft Bekleidung erstellt zurzeit einen Kriterienkatalog zur Überprüfung von Textilherstellern.

Mehr erfahren: www.weltladen.de

 

 

Fair-Band e.V.

FairbandDer Bundesverband für fairen Import und Vertrieb e.V. ist ein Interessensverband für faire Importeure und Händler. Die Vision des Verbandes ist eine Bewegung hin zu solidarischen, menschengerechten und nachhaltigen Wirtschaftsformen, die allen Menschen dieser Einen Welt ein Leben in Würde ermöglichen. Durch das umfangreiche und realitätsbezogene Monitoringsystem wird gewährleistet, dass die Mitgliedsfirmen des Fair-Band e.V. den höchsten Standards des Fairen Handels gerecht werden.

Mehr erfahren: www.fair-band.de